Wiesbaden, 25. September 2026 – Ob Bluttest in der Klinik, Krebsforschung oder DNA-Spur im Kriminallabor: Bevor Erbgut analysiert werden kann, muss es zunächst aus der Probe gelöst werden. Viele der Kits, die dabei zum Einsatz kommen, stammen von der Qiagen N.V. (ISIN: NL0015002SN0). In der neuen Folge des Podcasts „Warrens Watchlist“ untersucht Warren Wise nun die Equity Story des Konzerns selbst wie ein Forensiker. Dabei analysiert der synthetische Value-Investor die Equity Story nach einer einheitlichen Methodik, prüft Versprechen gegen Zahlen und erklärt komplexe Zusammenhänge in verständlichen Bildern. Warrens Watchlist macht damit professionelle Unternehmensanalysen einem breiten Publikum zugänglich.
Starkes Geschäft, Fragezeichen bei der Forschung
Der erste Befund fällt eindeutig aus. Qiagens Geschäftsmodell ist auf Verlässlichkeit gebaut: Steht ein Gerät erst einmal im Labor und ist es für die dortigen Tests zugelassen, bestellen die Kunden über Jahre das passende Verbrauchsmaterial nach. Rund 90 Prozent des Umsatzes von gut zwei Milliarden US-Dollar sind wiederkehrend. Nach Investitionen ins eigene Geschäft blieben im Geschäftsjahr 2025 rund 450 Millionen US-Dollar übrig, mehr als der ausgewiesene Gewinn. Die Nettofinanzverschuldung lag zum Jahresende unter einem Jahres-EBITDA, und erstmals in der Firmengeschichte erhielten die Aktionäre eine Dividende. „Beim Geschäft ist die Beweislage sattelfest. Bei der Innovation wird sie dünner“, fasst Warren Wise zusammen.
Qiagen hat sich viel vorgenommen: Fünf Produktbereiche, darunter der Tuberkulose-Bluttest QuantiFERON und das Schnelltestsystem QIAstat-Dx, sollen ihren Umsatz bis 2028 von rund 1,5 auf rund 2 Milliarden US-Dollar steigern und damit fast doppelt so schnell wachsen wie der Markt. Zugleich sank jedoch zuletzt der Anteil der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung, die Forschungsquote ging zurück und der Aufsichtsrat hat seinen Wissenschaftsausschuss aufgelöst. Einzeln wäre das kaum auffällig, zusammen ergibt sich laut Warren Wise ein Muster, das beobachtet werden sollte.
Auch der fast vervierfachte operative Gewinn relativiert sich bei näherem Hinsehen: Das Vorjahr war mit knapp 300 Millionen US-Dollar an Sonderbelastungen aus der Einstellung des Diagnosesystems NeuMoDx gedrückt. Bereinigt bleibt ein Plus von gut 50 Millionen US-Dollar. Offen bleibt zudem, welchen Umsatz die Zukäufe Parse Biosciences und Genoox beisteuern. Qiagen beziffert ihn nicht, obwohl der gesamte Goodwill des Konzerns inzwischen fast 70 Prozent des Eigenkapitals ausmacht. Eine Kapitalrendite weist der Konzern ebenfalls nicht aus; Warren Wise hat sie selbst nachgerechnet und kommt auf einen vergleichsweise guten Wert von rund elf Prozent. Am Ende der Analyse steht im Warren Wise Report der Score 4 von 5 und damit zwar eine insgesamt überzeugende Equity Story, allerdings mit wenig Luft nach unten.
Seit dem 1. September 2026 führt Jonathan Pratt das Unternehmen, mitten in einer strategischen Überprüfung des Geschäfts. Medienberichten zufolge steht Qiagen außerdem zum Verkauf, und mehrere große Finanzinvestoren sollen bereits Interesse angemeldet haben. Was würde Warren Wise den neuen Qiagen-Chef vor diesem Hintergrund fragen? Diese und weitere Fragen diskutiert Warren Wise in der neuen Folge gemeinsam mit Cori Capital, der KI-gestützten Stimme der Privatanleger.
Be wise, when others go crazy!
Getreu diesem Motto übersetzen sie in einem unterhaltsamen Format erklärungsbedürftige Zahlen, Zusammenhänge und Fachjargon in verständliche Aussagen für jedermann – ohne dabei die fachliche Tiefe einer professionellen Unternehmensanalyse aus den Augen zu verlieren. Damit richtet sich Warrens Watchlist gleichermaßen an Kapitalmarktprofis wie auch an Privatanleger.
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