Wiesbaden, 1. Oktober 2026 – Die Siemens AG (ISIN: DE0007236101) feiert heute ihren 179. Geburtstag, und der stetige Wandel von der einstigen Telegraphen-Bauanstalt hin zu einem weltweit führenden Technologiekonzern ist in vollem Gange. Viele Menschen verbinden mit Siemens vor allem Züge, Schaltanlagen oder Medizingeräte. Künftig will sich der Konzern als „ONE Tech Company“ aufstellen, die Automatisierung, Software und künstliche Intelligenz verbindet. Wie erfolgreich Siemens diesen Wandel bestreitet und welche Auffälligkeiten es in den Zahlen gibt, untersucht Warren Wise in der neuen Folge von „Warrens Watchlist“. Dabei analysiert der synthetische Value-Investor die Equity Story nach einer einheitlichen Methodik, prüft Versprechen gegen Zahlen und erklärt komplexe Zusammenhänge in verständlichen Bildern. Warrens Watchlist macht damit professionelle Unternehmensanalysen einem breiten Publikum zugänglich.
Solides Fundament, aber offene Fragen zu Software-Fokus
Das Fundament von Siemens wirkt laut Warren Wise solide. Mit knapp 11 Milliarden Euro erreichte der Free Cashflow im Geschäftsjahr 2025 einen Höchstwert und übertraf sogar den Konzerngewinn. Die Nettoverschuldung des Industriegeschäfts ist kleiner als das 2025er EBITDA und die Pensionszusagen von fast 27 Milliarden Euro sind vollständig durch Vermögen gedeckt. Einen Haken hat allerdings der Rekordgewinn von gut 10 Milliarden Euro: Gut 2 Milliarden Euro davon stammen aus dem einmaligen Verkauf der Antriebstochter Innomotics. Das fortgeführte Geschäft verdiente allerdings 6 Prozent weniger als im Vorjahr. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch stark gestiegene Ausgaben für gemeinsame Basistechnologien und höhere Abschreibungen auf Zukäufe.
Gegenwind spürt Siemens ausgerechnet in der Sparte, die für die „ONE Tech Company“ eine hohe Bedeutung hat. Bei Digital Industries fiel die Marge im vergangenen Geschäftsjahr von 18,9 auf 14,9 Prozent, der Umsatz schrumpfte um 4 Prozent. Aufhorchen lässt Warren Wise besonders das Softwaregeschäft: Vergleichbar gerechnet sank dessen Umsatz um 5 Prozent – im selben Jahr, in dem Siemens mit Altair und Dotmatics für fast 13 Milliarden Euro Software zukaufte. Bezifferte Synergieziele zu den beiden Übernahmen, deren Preis zu gut 10 Milliarden Euro aus Goodwill besteht, enthält der Geschäftsbericht 2025 nicht. „Bei der Wette auf Software fehlen noch die Messwerte. Investoren sollten im Blick behalten, ob die Rechnung aufgeht“, bilanziert Warren Wise. Sein Urteil: Score 4 von 5 – eine starke Equity Story, deren Value-These trägt, wenn auch mit Vorbehalten.
Was beim Blick auf die Equity Story von Siemens auffällt und welche drei Fragen Warren Wise Konzernchef Roland Busch stellen würde, bespricht er in der neuen Folge mit Cori Capital, der KI-Stimme der Privatanleger.
Be wise, when others go crazy!
Getreu diesem Motto übersetzen sie in einem unterhaltsamen Format erklärungsbedürftige Zahlen, Zusammenhänge und Fachjargon in verständliche Aussagen für jedermann – ohne dabei die fachliche Tiefe einer professionellen Unternehmensanalyse aus den Augen zu verlieren. Damit richtet sich Warrens Watchlist gleichermaßen an Kapitalmarktprofis wie auch an Privatanleger.
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