Wiesbaden, 18. September 2026 – In der Arztpraxis ist die Siemens Healthineers AG (ISIN: DE000SHL1006) allgegenwärtig. Das Unternehmen entwickelt Technologien und Lösungen, mit denen Ärzte Krankheiten erkennen, sichtbar machen und behandeln können. Vom Bluttest angefangen über den Kernspintomografen bis zum Bestrahlungsgerät, der Patient erhält ein scharfes Bild seines Gesundheitszustands und eine darauf abgestimmte Behandlung. Doch welche blinden Flecke fallen auf, wenn man Siemens Healthineers selbst durch den Scanner schickt? In einer neuen Folge des Podcasts „Warrens Watchlist“ beleuchtet Warren Wise, was ihm beim Blick auf das Unternehmen auffällt und welche Befunde Anleger im Blick behalten sollten. Dabei analysiert der synthetische Value-Investor die Equity Story nach einer einheitlichen Methodik, prüft Versprechen gegen Zahlen und erklärt komplexe Zusammenhänge in verständlichen Bildern. Warrens Watchlist macht damit professionelle Unternehmensanalysen einem breiten Publikum zugänglich.
Siemens Healthineers: Prognoseanpassung unter der Lupe
Auffällig ist zunächst die Prognoseanpassung im Sommer 2026: Die Auftragsbücher sind so voll wie lange nicht, und trotzdem werden die Umsatzerwartungen erstmal gesenkt. Im selben Atemzug wird die Gewinnprognose angehoben. Wer genauer hinschaut, erkennt jedoch, dass die Anhebung vollständig aus zurückerstatteten US-Zöllen stammt – und nicht aus einer besser als erwarteten operativen Entwicklung. „Ein guter Gesundheitswert, der vorübergehend durch einen Einfluss von außen zustande kommt, sollte einen Arzt nicht zum Jubeln bringen, sondern zum Nachfragen“, fasst Warren Wise zusammen.
Ein Scan der Bilanz lenkt den Blick unweigerlich auf den außerordentlich hohen Goodwill. 94 Prozent des Eigenkapitals bestehen aus Goodwill früherer Zukäufe, der größte Einzelposten stammt aus der milliardenschweren Übernahme des Bestrahlungsspezialisten Varian im Jahr 2021. Doch wie viel Luft insgesamt vorhanden ist, bis zumindest ein Teil des hohen Goodwill-Anteils abgeschrieben werden muss, bleibt unklar. Auch beim Risikobericht bleibt der Konzern unscharf: Von neun großen genannten Risiken ist nur eines mit einer konkreten Zahl hinterlegt. Positiv fällt dagegen auf: ein kräftiger Free Cashflow, eine sinkende Nettoverschuldung und ein Management, das die anstehende Trennung von der Konzernmutter Siemens offen kommuniziert. Im Warren Wise Report steht unter dem Strich der Score 3 von 5. Das bedeutet Watchlist und steht für eine solide Equity Story, die aber Befunde offenbart, die im Auge behalten werden sollten.
Dazu gehört auch der Blick auf die anstehende Neuausrichtung: Die Diagnostik wird herausgelöst und die Mutter Siemens zieht sich zurück. Was bedeutet die angestrebte Fokussierung auf den starken Kern des Geschäfts für die Zukunft? Und warum reicht es am Ende nicht für einen höheren Score? Diese und weitere Fragen diskutiert Warren Wise in der neuen Folge gemeinsam mit Cori Capital, der KI-gestützten Stimme der Privatanleger.
Be wise, when others go crazy!
Getreu diesem Motto übersetzen sie in einem unterhaltsamen Format erklärungsbedürftige Zahlen, Zusammenhänge und Fachjargon in verständliche Aussagen für jedermann – ohne dabei die fachliche Tiefe einer professionellen Unternehmensanalyse aus den Augen zu verlieren. Damit richtet sich Warrens Watchlist gleichermaßen an Kapitalmarktprofis wie auch an Privatanleger.
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